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Was ist das schöne beim Triathlon – richtig kein Gewichtlimit!

16.10.2008

Warum wiegt das Rad dann trotzdem noch 6,4kg?


Ziel war es ein möglichst optimales Rad für den Half Ironman Monaco (70.3 Monaco) aufzubauen.
Triathlon verlangt mehr als der normale Straßensport konträre Eigenschaften vom Material:


- leicht und steif (1700hm über 87km in Monaco, schwierige Abfahrten)
- zuverlässig (kein Materialwagen)
- Aerodynamisch (kein Windschattenfahren erlaubt)
- „Bling“- Faktor für die Wechselzone


Eigentlich sollte man nach Monatelanger Vorbereitung nicht eine Woche vor dem Rennen auf einen neuen Rahmen wechseln.
Doch da unterscheiden sich Pros und Hobby Athleten kein bisschen.
Neues verleit einfach Flügel. So habe ich mich sehr gefreut als eine Woche vor dem 70.3 der Anruf von Cucuma kam das der neue Rahmen jetzt trocken sei vom Lackieren.
Wie ich finde eine sehr gelungener Paint Job.
Der Rahmen wird Anfang 2009 bei Cucuma erhältlich sein und kostet voraussichtlich um 1400 Euro.
Mein Vorserienexemplar hat 894g gewogen. Der Gabelschaft verjüngt sich zwecks höherer Steifigkeit von 1 ¼ auf 1 1/8 Zoll.
Insgesamt fährt sich der Rahmen äußerst Steif und sehr aggressiv. Komfort wir man hier aber vergebens suchen.
Zuverlässig steif und leicht sind ebenfalls Attribute die auf die Teile von Syntace zutreffen.
Beim Lenker und Vorbau war die Wahl deshalb klar.
Beim Aerolenker gibt es durchaus noch Potential auch wenn der Oval Concept mit Titanschrauben und Dremel zu Leibe gerückt wurde, ist er immer noch recht schwer.
Aber da ich die Haltung mit den leicht abgeklapten Händen mag gibt es nur wenig leichtere Alternativen.
Bei der Sattelstütze viel meine Wahl auf die Heylight da sie bei mir auch schon harten MTB Einsatz verkraftet hat und m.M. sehr gut konstruiert ist.
Der C64 Sattel passt gerade wenn man öfters auf dem Aerolenker fährt recht gut da er nach vorne hin nicht zu schmal wird. Leider ist er recht rutschig 10cm Leukotape beheben dieses Problem.
Nachdem meine Stronglight Pulsion leider das Zeitliche gesegnet hat und ich aber nicht auf ein Integriertes System wechseln wollte ziert nun eine Zipp 300 das Rad.
Zur der Kurbel passt natürlich das xx- light Innenlager mit unter 100g. Die Kettenblätter von der Stronglight durften bleiben da sie sehr gut schalten und die Wage auch nicht mehr als nötig belasten.
Das Gewicht liegt somit auf Niveau von der Clavicula.
Gewichtsmäßig leider etwas aus der Reihe tanzen die Reifen und die Kassette. Doch ohne Materialwagen und bei fünf Stürzen allein unter den Top 20, wird Grip und Pannensicherheit zum entscheidenden Faktor.
Schwalbe Ultremos bieten beides und rollen zudem noch sehr gut. Bei der Kassette bin ich beim Standart geblieben da mich die Tuningkassetten von Tiso, KCNC sowie die Red nicht überzeugen konnten.
Was bringen 20g wenn ich unter Last nicht richtig schalten kann?
Während die Ceramic- Lager in Tretlager und Laufrädern eher einen Psychologischen Effekt auf den Reibungswiderstand haben, spart das Berner Schaltwerk mit den größeren Umlenkrollen tatsächlich 1-3 Watt.
Die Laufräder stellen m.M. nach einen guten Kompromiss aus Steifigkeit, Aerodynamik und Gewicht dar. Außerdem lassen sie sich sehr gut Verzögern (Shimano Beläge).
Nach dem Campa Prinzip habe ich nur hinten eine ZG Bremse montiert. Spart zwar nur die Hälfte aber auf die Power von der normalen Dura- Ace wollte ich nicht verzichten.


Gleich beim ersten Test einen Tag nach dem Aufbau konnte man schon sehen dass es lohnt sich Gedanken über sein Material zu machen.
So konnte ich den Viernheim Triathlon mit Radbestzeit (4min schneller als Timo Bracht Ironman Europameister 2007) gewinnen.


 

Auf dem Podest in Monaco

11.09.2008

Den 70.3 Half Ironman in Monaco hatte ich als einen meiner Saisonhöhepunkte auserkoren.
Nicht nur, weil das Rennen in dieser ganz besonderen Umgebung stattfindet,
sondern auch weil es mit knapp 1700hm auf der Radstrecke meinen Fähigkeiten sehr entgegen kommt.


Mein Ziel war es eine Top drei Platzierung zu erreichen.
Doch die Startliste füllte sich in den letzten Wochen extrem schnell mit vielen starken Jungs,
so dass insgesamt 37 Profis gemeldet waren. Da ich gegen die meisten von ihnen noch nie angetreten war,
wusste ich auch nicht so genau wo ich mich einordnen soll.


Als mein Teamkollege Horst Reichel und ich am Sonntag um 4 Uhr aufstanden, stellten wir fest,
dass es heute noch einen rennentscheidenden Aspekt geben würde: wer kommt lebend über die Radstrecke.
Es regnete ganz leicht, gerade so viel um mit dem Staub der Straße einen rutschigen Film zu bilden.


Gerade für das Schwimmen war ich eigentlich sehr zuversichtlich und rechnete nach meinem guten Ergebnis letzte Woche,
mit einem Rückstand von zwei Minuten auf die Favoriten. Als ich dann an der Startlinie stand, war mein Gefühl nicht mehr so gut.
Sehr hohe Wellen, Salzwasser und kaum Licht. Leider sollte das negative Gefühl durch meine schlechte Leistung mehr als bestätigt werden.
Schon gleich zu Beginn verlor ich den Kontakt zu Spitze und auch schnell die Orientierung.
Ein paar Schlücke Salzwasser und das ungute Gefühl war nicht mehr nur im Kopf...


Das Schwimmen kam mir ewig vor, es wollte gar nicht enden.
Immer wieder probierte ich mich zu motivieren schneller zu schwimmen,
doch leider fiel ich aus immer mehr kleinen Grüppchen heraus.
Schließlich stieg ich mit vier Minuten Rückstand und irgendwo an Platz 30 aus dem Wasser.
Ich dachte das Rennen sei gelaufen. Zwar habe ich in der Vergangenheit schon viele große Rückstände aufgeholt,
doch nicht gegen so eine Konkurrenz.


Der erste Berg bot mit 23km Länge zumindest die Möglichkeit eines Versuchs.
Also auf alle Taktik gesch... mit jedem den ich überholte stieg meine Zuversicht.


Auf den extrem anspruchsvollen Abfahrten gab es dann auch leider die zu erwartenden Stürze.
Mit der zweitschnellsten Radzeit konnte ich mich schließlich an Platz zwei nach dem Wechsel zum Laufen schieben.
Es war zu erwarten, dass die knapp 50 Sekunden Vorsprung auf den super starken Läufer Andreas Raelert nicht reichen würden.
Aber ich hoffte mich noch an Michael Weiss vorbei schieben zu können, der bis dahin nach überragender Radleistung die Führung inne hatte.
Ich konnte auch auf der letzten Runde bis zehn Sekunden Rückstand an ihn heran laufen.
Doch leider eben nicht mehr, meine Beine fühlten sich an als hätte ich Batteriesäure im Blut.
Trotzdem konnte ich mich natürlich über einen sensationellen dritten Platz freuen. Auf Platz vier kam der Vorjahressieger Zamora ins Ziel.


Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei Horst Reichel,
der an diesem Tag leider gestürzt ist und sicher Chancen auf eine Top fünf Platzierung hatte.
Sowie bei Dirk Merz (Cucuma), nicht nur dafür, dass das neue Rad gerade eine Woche vor dem Rennen fertig wurde,
sondern auch dass er zusammen mit seiner Frau das ganze noch vor Ort verfolgt hat.
Es ist ja auch nicht gerade ein Katzensprung bis nach Monaco.
Gute Besserung auch an Felix der ebenfalls in aussichtsreicher Position liegend, kontakt mit der Straße aufnahm.