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70.3 Schwyz

04.06.2008

Den Kurzbericht gabs ja schon unter News, hier nochmal ausführlicher über die inneren und äußeren Leiden wärend des 70.3 Schweiz. Erstmal muss man nochmal erwähnen, dass es meine erste Mitteldistanz war und mein zweiter Halbmrathon. Nicht um die Leistung nachträglich nochmal ins bessere Licht stellen zu wollen, sondern damit man auch versteht, dass ich schon meine Zweifel hatte vor dem Rennen.


So denkt man auf einmal zwei Tage vor dem Rennen,dass man viel zu wenig trainiert hat, viel zu schwer ist, viel zu langsam, viel zu unerfahren... Überhaupt kam es mir so vor als würde ich wieder meinen ersten Triathlon machen. Dann kommt wieder ein Tag da denkt man dass man das Rennen im Vorbeigehen gewinnen kann, fünfter eine riesen Entäuschung,da man sie ja alle schon mal geschlagen hat... Also war es recht schwierig zwischen Selbszweifeln und Selbstüberschätzung den richtigen Mittelweg zu treffen.


Doch die Atmosphäre führte nicht wie sonst so oft zu stärkerer Spannung, sondern beruigte mich eher.
Ob es an den gelassenen Schweizern lag oder an den Bergen - ich weiß es nicht.


So konnte der Startschuss kommen, doch er kam nicht. Irgendjemand hat etwas geschrien und alle Schwammen los. Leider werde ich in diesem Leben das Schwimmen wohl nicht mehr lernen. So suchte ich Schutz in der Frauengruppe, in der ich dann auch wohlbehalten doch leider schon sehr weit weg von der Spitze ans Land gespühlt wurde, Was für mich ja nicht so ungewohnt ist oder Überraschend. Normalerweiße wird dann 20km lang das Hirn ausgeschaltet, der Kopf gesenkt und die Gegner aufgefahren. Doch am Sonntag wollte und konnte ich nicht. Einerseits wollte ich mich nicht zu früh sinnlos verausgaben.Andererseits ging es aber auch gar nicht, die Beine waren einfach matt.


So konnte ich mich zwar Platz um Platz nach vorne schieben. Auf die Führenden büste ich aber immer weiter Zeit ein. Eigentlich war mein Plan in der Zweiten Runde nochmal Gas zu geben, doch leider blieb es bei dem Plan.


Was mir vor dem Rennen immer wieder Leute erzählt haben, nämlich dass ich mir keine Sorgen machen soll, wenn ich mal ein Tief im Rennen habe, das dies normal sei und dass es sich auch wieder ändern kann, sollte sich bewarheiten. Anders als bei einer Kuzrdistanz, wo eine Schwäche meist das Ende bedeutet, lief es beim Laufen wieder richtig gut.


Schmerzen in den Beinen kenne ich und weiß, dass sie kommen und wie sie sich anfühlen. Doch die Schmerzen kamen erstmal von weiter unten - den Fußsohlen. Leider habe ich seit einiger Zeit mit Blasen zu kämpfen und obwohl ich Socken angzogen hatte, bildeten sich schon nach 4km diese scheußlichen Teile.


Aber wenn man merkt dass man schnell ist, kann man viel ausblenden. So störten die Blasen die erste Runde nicht wirklich. Ich hörte immer nur die Rufe, dass ich aufholen würde. Bald hatte ich Mathias Hecht gestellt. Ich gab nochmal Gas, um ihm keine Chance zum Mitlaufen zu geben. In der Zweiten Runde änderte sich das Bild dann schnell wieder. Da rannte ich nicht mehr schnell, weil ich noch nach vorne wollte, sondern weil ich Angst hatte vor denen hinter mir. So tat dann auch irgendwann alles weh. In der ersten Runde von vorne angezogen, in der zweiten von hinten geschoben ergibt die schnellste Laufzeit von 1:16,13.


Alles in allem bin ich mit dem 3. Platz super zufrieden und ich denke, dass ich darauf aufbauen kann.


Ganz herzlich möchte ich allen Finishern des 70.3 Schweiz gratulieren und im besonderen Konstantin und Ronnie.


Am Montag war ich dann noch zum ersten mal in meinem Leben bei der Fußpflege. Mit einer älteren Dame fachsimmtelte ich über Blasen. Sie riet mir in meine Schuhe zu urinieren damit das Leder vom Harnstoff geschmeidig würde. Ich habe ihr nicht erklärt, dass die Schuhe nicht aus Leder sind und ich denke ich werde den Tip meinen Mitmenschen zuliebe nicht ausprobieren.


 

Ein ganz normaler Sonntag Morgen in Gladbeck

03.06.2008

4:15 - Ich wache auf, hat der Wecker schon geklingelt? Nein, der sollte mich erst in einer Stunde aus dem warmen Bett werfen. Mein Zimmerkollege und Manschaftskammerad Thomas John schläft noch. Der liegt auch nicht direkt unter dem Dachfenster, auf das die dicken Regentropfen trommeln. In etwas mehr als drei Stunden sollen wir Höchstleistung bringen. Ich denke an meine zwei Stürze in Gladbeck und daran, daß die Straße dabei trocken war...


5:00 - Ich frühstücke - Powerbar mit Red Bull L. Thomas wacht auf. Seine Blicke gehen in Richtung Fenster - Ja, ich weiß es regnet, es ist kalt, fünf Uhr und normalerweise ist gerade Halbzeit im Bett. Nicht so heute, wir bauen die Rolle auf, ich stecke mir Kopfhörer ins Ohr und dröhne mich mit Billy Talent zu.


8:20 - Start. Neben mir schwimmt einer von den Torpedos, nach 50m habe ich schon mehr als eine Körperlänge Rückstand. Zum Glück sind es nur 250m. Dann zum Rad sprinten, der Wechsel klappt gut, ich bin schnell an der Gruppe dran. Nur vorne sind zwei weg, der Australier Reed ist dabei. Ich beschließe nicht lange zu warten und dem Risiko mit der Gruppe zu fahren aus dem Weg zu gehen - Attacke. Ich erwische die beiden Führenden kurz vor dem zweiten Wechsel. Das Laufen wird ganz hart, aber die Beine sind gut, nur die 2,5 km etwas zu kurz. Platz zwei in meinem Lauf, ich bin zufrieden.


14.03 - Start zum Mannschaftsrennen. Wir hatten morgens etwas Pech und so müssen wir uns von Platz zehn nach vorne kämpfen. Schwimmen geht am Anfang super locker. Die letzten 100m platzen mir die Arme. Auf dem Rad machen wir schon deutlich Boden gut, es geht wie immer sehr knapp zu. Die abschließenden 5km laufen super, wir haben eine der schnellsten Zeiten. Und ich fühle mich sehr gut. Platz sieben zum Schluss wir sind zufrieden.


0:50 - Ich liege im Bett und denke an das 70.3 Rennen nächste Woche in der Schweiz. Ich bin fit, ich werde alles geben.